Ich will scharfe Bilder!!!

Nikon 105mm f/2.8 bei Blende 9 - bei diesem Makroobjektiv ist die Blende schon extrem hoch, damit alles scharf wird!

Nikon 105mm f/2.8 bei Blende 9 – bei diesem Makroobjektiv ist die Blende schon extrem hoch, damit alles scharf wird!

Bei der Schärfe eines Photos sind immer viele Kriterien zu betrachten und so spielt für mich die Ausgabe des Bildes die größte Rolle. Es macht einen großen Unterschied, ob ich ein Bild in einem Photobuch bis zu einer Größe von DIN A4 drucken lasse, eine Leinwand mit einer Diagonale von 1,5m anfertige oder ob ich mir das Photo tatsächlich auf einem Monitor oder Fernseher anschauen will. Wo ist eigentlich das kleine 9×13 oder 10×15 Photo geblieben? Ja, auch hier könnte man sich die Frage nach der Schärfe stellen!

Wir haben heute sehr schnell die Möglichkeit unser Photo auf dem Bildschirm auf 100% aufzublasen und auf die kleinsten Fehler unserer Arbeit zu blicken. Aber ist das wirklich sinnvoll? Haben wir uns durch die Möglichkeiten moderner Technik HD-Fernsehen und Bluerays schon zu viel an die Schärfe überhaupt gewöhnt?

Nikon AF-S 16-35mm f/4 bei Blende 22 - alles sollte scharf werden!

Nikon AF-S 16-35mm f/4 bei Blende 22 – alles sollte scharf werden!

Folgendes Rechenbeispiel: Ein 12 Megapixel Bild besteht aus 4.256 x 2.848 Pixeln und kann somit für die beste Druckqualität z.B. für ein Hochglanzmagazin(300 Pixel pro Zoll oder umgerechnet 118 Pixel pro Zentimeter) in einer Größe von 36cm x 24cm (4256/118=36 und 2848/118=24) ausgegeben werden. Das ist etwas größer als ein DIN A4 Blatt.

Plakate und Poster können ohne Probleme mit einer Dichte von 150dpi gedruckt werden, weil durch die Größe der Bilder der Betrachtungsabstand automatisch zunimmt – die Qualität ist aber immer noch gut. Ein Computerbildschirm hingegen stellt 72dpi dar – die nachfolgende Tabelle zeigt sehr schön die Relationen der angegebenen Größen und Pixeldichten:

dpi

Unser 12MP Bild hat also am Bildschirm knapp eine Größe von 1,70m x 1,20m!

Bei heutigen Spiegelreflexkameras kommen wir aber schon schnell auf Auflösungen von 16, 24 oder gar 36 Megapixeln. Wie viele solcher 1m bis 2m Bilder hängen wir als „Normalo“ denn in unser Haus?

Nun zur Linsenschärfe!

Nikon AF-S 16-35mm f/4 bei Blende 7.1 → hier sollte keine durchgängige Schärfe entstehen

Nikon AF-S 16-35mm f/4 bei Blende 7.1 → hier sollte keine durchgängige
Schärfe entstehen

Nahezu alle auf dem Markt erhältliche Linsen sind scharf! Ja, selbst die billigen Plastiklinsen, auch Kit-Objektive genannt, sind scharf!

Die Optik wurde schon viel früher als die Photographie erfunden und erforscht. Ich glaube, es gibt keine nicht funktionierende Optik, die industriell hergestellt wurde – außer natürlich eine defekte!

Wichtig in dem Zusammenspiel von Objektiven und Kameras sind noch mehr Faktoren, als lediglich die Schärfe der Optik. Die Verwendung der richtigen Blende ist meines Erachtens das wichtigste Kriterium für ein scharfes Bild.

Wo liegt denn aber nun der Unterschied zwischen dem „billigen“ Kit-Objektiv und der Profi-Linse und warum sollte ich mir überhaupt eine Profilinse kaufen, wenn doch die „Amateur-Linse“ das gleiche kann?

Nikon AF-S 28-300mm f/3.5-5.6 mit 300mm bei Blende 16 durch die hohe Brennweite wird trotzdem nicht alles scharf – und das sollte es ja auch nicht

Nikon AF-S 28-300mm f/3.5-5.6 mit 300mm bei Blende 16 durch die hohe Brennweite
wird trotzdem nicht alles scharf – und das sollte es ja auch nicht

Eine kleine Blende (die größtmögliche Öffnung der Blende) wie. z.B. 1.4 oder 2.8 ist hervorragend für Situationen mit wenig Licht geeignet, hat aber den Nachteil, dass die Schärfentiefe gering ist. Blende ich nun weiter ab – Blende 5.6, 8, 16, 22 oder gar 32, dann erhalte ich ein viel längeres Schärfe-Feld, benötige aber sehr sehr viel Licht – oder viel Zeit und ein Stativ!

Diese Zusammenspiel der Blenden ist meist auch abhängig von der eingestellten Brennweite. Habe ich eine kleine Brennweite von 12mm, dann dringt viel Licht in die Linse ein und bei einer großen Brennweite von z.B. 200mm muss das Licht erst durch den „Objektiv-Tunnel“ bis zum Sensor wandern und wird zum Teil »verschluckt«.

Sigma EX DG 70-200mm f/2.8 bei Blende 5.6 → es sollte schnell gehen und ich habe die Blendenregeln einfach vergessen – UND?!

Sigma EX DG 70-200mm f/2.8 bei Blende 5.6 → es sollte schnell gehen und ich habe
die Blendenregeln einfach vergessen – UND?!

Jedes Objektiv hat einen »Hot-Spot«, bei welchem die Brennweite, Blende und Situation ideal harmonieren und die Schärfe knackig ist! Dieses Punkt zu finden sollte das erste sein, was auszuprobieren ist, wenn neues Equipment gekauft wurde.

Es gibt also bei jedem Objektiv Grenzen, sowohl nach oben, als auch nach unten. Bei den „billigen“ Linsen sind die Grenzen einfach enger – die Profi-Linse hingegen ist für ein viel breiteres Feld von Verwendungen geeignet.

Bei Zoom-Objektiven spielen zudem noch Randschärfen eine Rolle! Es gibt mit einigen Ausnahmen (z.B. das Nikon AF-S 14-24mm f/2.8) kaum ein Objektiv, welches im Weitwinkelbereich bei Blende 2.8 über das ganze Bild scharf ist.

Nikon 50mm f/1.8 D bei Blende 16 → für diese Festbrennweite ist die Blende extrem hoch – damit auch alles scharf wird!

Nikon 50mm f/1.8 D bei Blende 16 → für diese Festbrennweite ist die Blende extrem
hoch – damit auch alles scharf wird!

Aber was soll den nun scharf dargestellt werden? Eine Landschaft? Die steht doch, ich kann also jede Blende benutzen, die ich nehmen will, weil ich nur ein Stativ benötige, damit ich das Bild nicht verwackeln lasse!

Vorsicht übrigens in einer solchen Situation mit Bildstabilisatoren! Bei Aufnahmen auf einem Stativ tendiert der Stabilisator dazu weiterhin zu kompensieren, was in einer Unschärfe des Bildes endet.

Also, Bildstabilisator ausstellen und nur in Situationen, die ein »Photo aus der Hand« nicht mehr erlauben (Verschlusszeit nie kleiner als die Brennweite [200mm bedeutet dann nicht unter einer 1/200sec. und ab 50mm und darunter nicht kleiner als 1/125, bei ruhiger Hand 1/60sec.]) einstellen.

Oder will ich Portraits machen? Dann stellt sich wirklich die Frage, ob das Bild durchweg scharf sein soll oder ob ich den Blick des Betrachters mit einer gewissen Unschärfe leiten will. Bei Wahl der richtigen Blende spielen Randschärfen hier gar keine Rolle.

Nikon 16-85mm f/3.5-5.6 bei Blende 9

Nikon 16-85mm f/3.5-5.6 bei Blende 9

Ein professionelleres Objektiv hat in den meisten Fällen, im Gegensatz zur Amateurlinse, einen schnellen Ultraschallmotor, welcher, und nun kommt der letzte große begrenzende Faktor, zusammen mit der Kamera und deren Autofokus-System, in der Lage ist blitzschnell „abzufeuern“. Sowohl Nikon als auch Canon haben erst in den höherpreisigen Kameras Autofokus-Systeme verbaut, die es ermöglichen sich schnell bewegende Objekte auch bei wenig idealen Lichtsituationen und ohne Hilfslicht zu fokussieren.

Wie ich eingangs schon beschrieben habe, liegen nun also eine Reihe von Faktoren vor, die ein scharfes Bild machen und es ist nicht nur die Schärfe der Linse! Wer seine Ausrüstung und deren Begrenzungen kennt, der kann mit jeder Linse ein scharfes Bild bekommen. Ich empfehle jedem die Kamera in 9 von 10 Fällen auf Blendenpriorität zu stellen (Einstellung »A« für »Aperture Control«) und die Blende vorher zu bestimmen. Mit ein wenig Übung kennt man irgendwann seine funktionierenden Zahlen und kann einschätzen welche Blende zum scharfen Bild führt.

Sigma 15mm Fisheye bei Blende 13 → eine Nebellandschaft, die von vorne bis hinten scharf ist – natürlich nur bis zum Nebel

Sigma 15mm Fisheye bei Blende 13 → eine Nebellandschaft, die von vorne bis hinten
scharf ist – natürlich nur bis zum Nebel

Das letzte Quäntchen Schärfe kann zur Not auch in der Nachbearbeitung durchgeführt werden, so es denn überhaupt nötig ist.

Wie man auch an den Beispielbildern sehen kann habe ich meist eine hohe Blende benutzt, um durchgängige Schärfe zu erzeugen. Generell könnte man eine Regel einsetzten, die die maximale Schärfe bei der zweitletzten Blende des Objektivs erreicht. Regeln sind die eine Sache, Können muss gelernt sein – Übung und Testen führen sicherer zum Ziel. Wer also sein Equipment kennt kann Geld sparen! Ein Faktor den wir nicht von uns aus beeinflussen können, ist die Umwelt – also Dunst, Nebel oder Staub. Die Schärfe des Bildes leidet darunter enorm! Zumindest zu viel Wasser in der Luft kann in manchen Situationen in den frühen Morgenstunden vermieden werden.

Das Nikon AF-S 28-300mm 1:3.5-5.6G ED VR – ein Reiseobjektiv

Nikon 28-300mm

Das Nikon 28-30mm AF-S 1:3.5-5.6G ED VR II

Ich möchte den Interessierten ein Objektiv vorstellen, was ich mir schon vor einiger Zeit gekauft und nun ausgiebig gestestet habe: Das Nikon 28-300mm 1:3.5-5.6G mit optischen Bildstabilisator, was Nikon mit dem bekannten “VR” kennzeichnet.

Die Idee dieses Objektiv zu kaufen und zu nutzen war denkbar einfach…

Ein Urlaub mit der Familie, mit kleinen Kindern brachte mich sehr schnell dahin, die große Kameraausrüstung zu Hause zu lassen und eine kleine kompakte Kamera mitzunehmen. Schließlich ärgerte ich mich über das Ergebnis, bei wenig Licht oder wenn die Kleinen mal wieder herumsausten… Diese Aufgabe erledigt nun mal nur die Spiegelreflex mit hervoragendem Autofokus oder Vollformatchip. Und nun? Wie stelle ich das an? Kann ich ein “Immerdrauf-Objektiv” bekommen, was zumindest für den Urlaub taugt?

Nikon 28-300mm an D700

Nikon 28-300mm bei 28mm an der D700

Ich hatte zwei Photographen, die mir halfen:

1. Die Seite von Ken Rockwell – seine Objektivtests haben Hand und Fuß und spiegeln nicht nur die im Labor gemachten Ergebnisse wider – Testberichte für die Praxis! (http://kenrockwell.com/)
2. Ein Reisebericht von Joe McNally über eine Reise durch Indien, die er nur mit seiner Frau unternahm. (http://www.joemcnally.com/blog/whats-in-the-bag/specialty-lenses/)

Diese beiden Profis kamen zum gleichen Urteil: Das Nikon AF-S 28-300mm ersetzt den ganzen Koffer von Linsen, die man sonst so bei sich trägt. Okay, jedes Objektiv hat seine Berechtigung und würde die Weisheit hiermit beendet sein, dann hätte ja der Objektivhersteller Nikon sich selbst ein faules Ei ins Nest gelegt! Also, der Reihe nach:
Wer einen Allrounder sucht, der sollte wissen, das generell ALLES nicht mit nur einer Linse funktionieren kann!

ausgefahrenes Nikon 28-300mm

In dieser Klasse gibt es keine interne Fokussierung und dies birgt sicherlich die Gefahr des “Blasebalgeffekts”

Ein paar “Fakten”:

Eine Festbrennweite ist die sicherste Methode Verzerrungen, Chromatische Aberrationen, Flares usw. zu verhindern. Nehmen wir nur Festbrennweiten mit, haben wir wieder den Koffer voller Linsen. Was muss denn die Linse dann mitbringen, was steht auf der Wunschliste?

Ein schneller Autofokus und eine große Angangsblende im gesamten Brennweitenbereich sind unabdingbar bei wenig Licht – das wollen wir! Dann wäre ein Objektiv mit einem Brennweitenbereich von 8-500mm ganz nett, damit man alle Situationen abdecken kann. Leicht sollte es sein. Achja, Vollformatfähig sollte es auch sein. Und zu guter letzt – das Objektiv muss immer scharf sein!

Was aber kann das 28-300mm denn nun davon leisten?

Nikon 28-300 bei 300mm mit Gegenlichtblende

Nikon 28-300mm mit Gegenlichtblende

Nicht alles, definitiv nicht alles! Wir müssen Abstriche machen und dann schauen, was übrig beleibt! Ich möchte noch kurz erwähnen, das man auch nicht vergessen darf, was man eigentlich machen möchte: URLAUB! Und wenn die Frau, die Freundin oder die Kinder einen eh nicht mögen, dann darf man sicher auch den Photourlaub allein machen und ‘nen dicken Rucksack rumschleppen und viel, viel Zeit investieren!

Die Brennweite:
Es gibt Brennweitenbereiche, die die insgesamten Schwächen, wie z.B. Verzerrungen oder Vignettierungen fördern (z.B. 18-270mm) und dann gibt es Brennweitenbereiche, die man gut kombinieren kann (z.B. 70-200mm). Einen Brennweitenbereich wie wir ihn alle gern hätten, läßt sich aber nicht bauen, wenn wir dieses Objektiv tragen und bezahlen möchten. Was aber ist, wenn ich nun ein Objektiv wie das Tamron 18-270mm oder eben auch das Nikon 28-300mm habe?

Was bedeuten all diese Schwächen für mich?
Auf jeden Fall werden wir Verzerrungen und Vignettierungen im unteren Brennweitenbereich hinnehmen müssen und Unschärfen an den Rändern im oberen Brennweitenbereich.

Ist das schlimm für mein Bild?
Das kommt ganz drauf an, was ich erwarte und was mein Ergebnis sein soll – ein Bild für ein Photobuch oder eine Leinwand für das Wohnzimmer. Wie hoch sind meine persönlichen Ansprüche und nun das Entscheidenste:

Kann ich eventuell die Schwächen in der Post-Produktion beheben – mit Photoshop, Lightroom oder Capture NX2?
Meistens Ja, zumindest für das Ergebnis unserer Urlaubsfotos!
Verzerrungen können meist mit Photoshop rausgerechnet werden. Unschärfen können leicht nachgeschärft werden und Vignettierungen können durch einen Beschnitt des Formats eleminiert werden.

Was ist mit der Lichtstärke?
Die Einführung von optischen Stabilisatoren brachte Besserung, wenn man die Blende 2.8 oder größer nicht hatte – aber nur für Objekte, die auch immer still halten. Ein spielendes Kind kann mit der Vibrations-Reduktion nicht oder sehr schwer eingefangen werden, wenn die Lichtverhältnisse nicht stimmen. Lichtstarke Objektive sind meist groß und schwer und als Varioobjektiv (mit einem Brennweitenbereich von z.B. 28-300mm) auch extrem teuer. Ich gehe den Kompromiss mit der kleinsten Blende von 3.5 bis 5.6 ein, weil ich die fehlenden Blende mit der Lichtempfindlichkeit meiner Kamera kompensieren kann. (ISO 1600 ist noch sehr akzeptabel)

Gewicht und Preis?
800g für ca. 770 EUR

Ein bisschen was zur Nutzung des Objektivs:

Bildstabilisator und Sperrschalter für den Onjektivhub

Bildstabilisator und Sperrschalter für den Onjektivhub

Ein Blick auf das Bild (links) zeigt, dass Nikon die Anordnung von Brennweite und Schärfering im Vergleich zu den meisten Nikkor-Linsen getauscht hat und zudem auch noch dem Schärfeeinstellring weniger Beachtung schenkt, weil dieser deutlich schmaler ist als üblich. Ich empfinde ihn dennoch als nutzbar und habe zu 90 Prozent den Autofokus in Betrieb. Wie sagt Joe McNally immer so schön: “Vertraut mal euren Kameras und nutz die Automatik!” Wer Angst hat durch die fehlende interne Fokussierung und den somit langen Hub dieser Optik mit einem durch die Schwerkraft immer ausgefahrenem Objektiv durch die Welt zu rennen, sei beruhigt: Nikon verbaute einen “Sperrschalter”, der die Brennweite bei 28mm arretiert. Der Bildstabilisator ist bei der verbauten Version 2 mit einem Normal- und einem Action-Modus versehen, der für Photos aus Fahrzeugen bzw. erhöhte Vibrationen taugt. Bei Langzeitbelichtungen sollte man aber dringend den VR ausschalten, damit das Bild nicht droht unscharf zu werden. Die Fokussierung kann manuell oder per Autofokus vorgenommen werden, ein manueller Eingriff in die Scharfstellung ist aber jederzeit möglich.

Das, was es kann:


Eine kleiner Reisebericht aus London

BigBen

ISO 200 f/10 1/200

An einem verlängerten Wochenende im September habe ich mit meiner Frau eine kleine Städtetour nach London unternommen und schildere hier meine Eindrücke. Wir sind beide nicht das erste Mal in dieser Stadt und haben eine Menge der üblichen Verdächtigen bereits kennengelernt – aber noch lange nicht alle. Vielleicht zeige ich in einem weiteren Blogeintrag nochmal Dinge der letzten Reise, aber erstmal ein bisschen was von dieser Reise:

London-Eye

ISO 200 1/250 f/10

Am Mittwoch, den 25.09. haben wir unsere Reise begonnen und sind mit dem Zug nach Frankfurt gefahren. Die günstigen Flüge der Lufthansa von Köln entpuppten sich als Flüge von Frankfurt, für die die Lufthansa aber das Bahnticket zusteuert. Bei dieser Variante verliert man zwar ein bisschen Zeit in Deutschland, aber finanziell macht es tatsächlich einen Unterschied, wenn man Parkgebühren etc. mitrechnet… Soweit hat alles geklappt und auch am Frankfurter Flughafen

lief bis auf eine Verspätung der Maschine alles bestens. Angekommen in Heathrow steuerten wir direkt mit der Tube das Hotel an. Es war direkt an der Wembley Arena (Underground: Wembley Park) – Fahrzeit vom Flughafen 80min und in die City (Westminster) ca. 20min.

Wir entschieden uns noch eine Kleinigkeit in einem der zahlreichen asiatischen oder indischen Restaurants in der Gegend zu Essen – McDonalds etc. haben wir kategorisch ausgeschlossen! Wer in London ist, sollte die asiatische und indische, sowie pakistanische Küche ausprobieren, weil sie sich doch geschmacklich positiver von dem unterscheidet, was wir in Deutschland zu essen bekommen. In einem kleinen Thai-Restaurant haben wir den Abend ausklingen lassen und nebenbei die Vorhaben des nächsten Tages besprochen.

Burögebäude bei Bethenal Green

Dieses Bild wurde aus einer Reihe von Einzelbildern mit dem 15mm Fisheye gemacht und dann mit der Freeware Hugin in einer Kugelprojektion zusammengerechnet. Ich habe leider vergessen meinen eigenen Standpunkt abzulichten, weshalb ich den Bildausschnitt so wählte und dadurch nur eine halbe Kugel zustande kam.

Ein Wort noch zu den Rahmenbedingungen: Wir flogen am Mittwoch Nachmittag (25.09) los, hatten den kompletten Donnerstag, Freitag und Samstag und verließen London am Sonntag morgen in Richtung Heimat. Die Winterjacken, die wir mitnahmen haben wir erst am Samstag und Sonntag benötigt; beim Eintreffen auf der Insel haben wir nicht mit dem vorherrschenden T-shirt-Wetter gerechnet (Zu Hause hatten wir doch schon Temperaturen unter 20°C und in der Nacht um die 10° C).

Wir hatten uns  entschieden  erst mal voll „touri-mäßig“ einen Überblick zu bekommen und einen Stadtbus in eine Richtung zu nehmen – als wir aber die Busse von BigBUS gesehen hatten und mit einem der Ticketverkäufer gesprochen hatten, der uns freundlicherweise alles an einem eigenen Stadtplan erklärte, kauften wir ein Ticket für die BigBusse und fuhren die Route ab. Wer diese nicht kennt: Man kann mit den Bussen fahren und an einigen Stationen aussteigen und dann einfach einen späteren Bus nehmen, um die Strecke weiterzufahren.

Millenium Bridge

Dies ist eine Langzeitbelichtung von 30 Sekunden (f/20), die ich mit einem 1000-fach Neutral-Grau-Filter gemacht habe.

Sehr ideal und bequem, wenn man wirklich die üblichen Attraktionen zu Gesicht bekommen will. Das Ticket ist entweder 24h (wirklich von der Kaufzeit plus 24 Stunden!) oder 3 Tage (exakt 72h!). 24 Stunden reichten uns, wir wollten ja bloß mal die üblichen Verdächtigen abgrasen und ein bisschen Normalo-Tourist spielen, bevor wir uns auf eigene Faust durch den Großstadt-Dschungel machten. Ausgemacht war ohnehin, dass alles recht ruhig abläuft und meine Frau wollte ein paar spezielle Geschäfte sehen, ich hingegen Photos machen, von Orten, die ich beim letzten Besuch nicht einfangen konnte. Unterbrochen haben wir unseren Weg auf der ganzen Reise durch die Stadt immer mal wieder in den zahlreichen Cafés – heiße Schoki mit Sahne für Schatzi, der doppelte Espresso für meine Wenigkeit – Kuchen, Brownies oder Baguettes wahlweise für beide.

Das folgende Bild zeigt mal eine nahezu vollständige Übersicht der Orte, die wir besuchten:

Wo wir waren...

Unsere Tour begann also in Westminster am Houses of Parliament und dem London Eye, vorbei an Westminster Abbey hinüber nach Belgravia, dem Hydepark, dem Fliegerdenkmal, Harrods, Marble Arch schließlich aber zum Trafalgar Square, an dem wir länger verweilten, damit ich noch ein paar Photos machen konnte und dann zu Fuß weiter zu Cleopatras-Needle. Hier unten an der Themse haben wir übrigens feststellen müssen, dass in London auch private Busunternehmen unterwegs sind die man, weil sie eben nicht den öffentliche Verkehrsmitteln angeschlossen sind, auch nicht mit dem Travel-Ticket nutzen kann. Also wieder zur nächsten Hauptstraße und ab in den roten Doppelstöcker. St.Paul’s wartete mit offener Tür auf uns und so konnte ich die Kathedrale endlich auch mal von innen begutachten.

St. Paul's

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Genauso riesig wie die sich von außen präsentiert ist das Innere. Wir hatten Glück und waren zu einer Chorprobe gekommen und konnten somit die exzellente Akustik des Baus genießen, bevor wir uns wieder auf den Weg machten.

Film- und Videoaufnahmen sind in der Kathedrale leider wie in vielen Gebäuden in London untersagt – sicher, um über den Verkauf der Bilder durch professionelle Hände noch ein bisschen mehr Geld in die Kassen zu schwemmen.

Die Kirche im Rücken, schritten wir über die Millennium-Brücke, vorbei am Shakespeare-Theater, welches schon geschlossen war und stiegen nochmal in den Bus, um schließlich am London-Eye zu landen.

Die Schlange an der Kasse war überschaubar und die Dämmerung nahte – ich hatte den Tipp bekommen bei teilweise diesigen Sichtverhältnissen lieber im Dunkeln das Riesenrad zu besteigen, damit die Ausbeute noch größer ist.

Gondel des Millenium-Wheels

ISO 1600 f/5.6 1/4

Die Aussicht über London ist tatsächlich im Dunkeln großartig und die Fahrt war auch „ganz nett“, um mal einen Überblick zu bekommen, auch wenn man ihn eigentlich schon hat. Ein „must-see“ ist das London-Eye aber meines Erachtens nicht -  erst recht, wenn man die, wie in London üblich, gesalzenen Eintrittspreise betrachtet. Übrigens hatte ich, wie auch bei meinem letzten Besuch, mein Stativ dabei, weil ich sowohl Langzeitbelichtungen am Tag, als auch in der Nacht machen wollte. Ich stellte dann nach unserer Fahrt mit dem Riesenrad mein Stativ auf und richtete die Linse auf das Parlament und den großen Ben aus, als mich mal wieder ein paar Touristen fragten, ob ich nicht von Ihnen auch ein Photo machen könnte… [...ich wirke mit meiner Ausrüstung wohl sehr vertrauenswürdig...] Als ich mit ihnen dann fertig war und diese sich auch bedankten, kam ein freundlicher Herr auf mich zu und erklärte mir, das ich mich auch privatem Grund befinden würde und die Photographie bei Nacht hier nicht mit einem Stativ erlaubt wäre und ich doch bitte meine Kamera auf der anderen Seite der Brücke benutzen solle.

Privatbesitz an der Themse?  Unglaublich… deswegen darf man bei und im Riesenrad kein Stativ benutzen, ja sogar nicht bei sich tragen – also im Rad. Die Kameraden sind aber wenigstens so fit, das man es am Start abgibt eine kleine Nummer auf einem Ticket bekommt und am Ende wieder mit diesem Ticket  abholen darf – als man mir dies mitteilte, erinnerte ich mich kurz an meine Taschenmesser-Angelegenheit am Eifelturm…  aber das ist eine andere Geschichte…

Houses of Parliament und der BigBen

ISO 200 f/22 4s

Also auf die andere Seite, danach auf die Brücke und schließlich mit der U-Bahn zurück Richtung Hotel.  Ein kleines indisches Restaurant auf unserem Rückweg, dessen letztes Stück mit dem Bus zu fahren war, erweckte bei uns eine gesteigerte Aufmerksamkeit und wir ließen uns nicht viel mehr Zeit zum Überlegen und wurden vom wirklich leckeren Essen nicht enttäuscht.

Ich glaub' der kam aus Bollywood

Die Wachsfiguren wurden mit ISO 800 und 1/50 bei Blende 4 aufgenommen

Madame Tussauds  Wachsfiguren standen auf dem Ausflugsplan. 

Weil wir davon ausgegangen sind, dass am Wochenende noch mehr Andrang vorherrschen würde, haben wir uns am Freitag entschieden diesen Besuch gleich am Tagesanfang durchzuführen. Der Besuch lohnt sich und auch nicht… Zum Einen wieder ein gesalzener Preis mit knapp 25 GBP (und das war schon ein ermäßigter Preis…) und zum anderen ist es wirklich Klasse, was man mit einem Haufen Wachs und viel kreativer Energie erschaffen kann. Personen des politischen Zeitgeschehens sind aber z.T. nicht so schön umgesetzt bzw. werden auch nach einiger Zeit london__20130927_263aus dem Programm genommen…  london__20130927_252Merkelchen ist aber wirklich schlecht getroffen.

So stolperten wir also aus Madame Tussauds und suchten eigentlich einen Laden, der 2nd Hand Designer-Klamotten verkaufen sollte. Wir haben einige dieser Läden über London verteilt angesteuert, schließlich aber in keinem etwas gefunden. Gefunden haben wir aber immer interessante Viertel, die ihren eigenen Charme hatten. Was ich, nebenbei bemerkt, auch sehr interessant in London finde, ist die Tatsache, dass fast „ohne Ankündigung“ die Viertel Londons aufhören und der »Cut« sehr plötzlich da ist.

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ISO 200 1/125 f/8

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ISO200 1/160 f/8

Wir befanden uns also schließlich in der Portobello-Road nördlich von Notting-Hill und fanden uns sehr bald im Trubel eines Marktes wieder, der seinen Höhepunkt leider wohl schon überschritten hatte, aber dennoch viel zu bieten hatte. Eine langgezogene Straße, die ohnehin schon links und rechts sehr schönes Cafés und Läden hatte und in deren Mitte nun auch noch Stände mit Schmuck, Antiquitäten, Gebäck, Donuts und Hot Dogs usw. aufgebaut waren.

 

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ISO 800 1/50 f/3.5

Die Seitenstraßen sind bunt und beherbergen die komplette Palette der Schichten Londons, die sich das Leben in London überhaupt leisten können. So war am späten Nachmittag, ja fast schon Abend noch eines der farbenfrohen Viertel angesagt, die London einem offerieren kann: Camden Market.  Zu Camden-Market brauche ich nicht mehr zu sagen als das es urig und schräg ist und das war auch trotz der fortgeschrittenen Zeit immer noch der Fall. Viel war mit uns dann aber nicht mehr los und so gab es »fish&chips« von »poppies« und eine gemütliche und nachdenkliche Fahrt zum Hotel.

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ISO 200 1/125 f/11

Auch am folgenden Tag suchten wir zum Anfang einen Laden, den meine Frau schon aus dem Internet ausgekundschaftet hatte – auf nach Bethanal-Green (die östlichsten Punkte auf meiner Karte[s.o.]). Hier spiegelt sich auch meine Aussage von promptem Übergängen wider. Auf dem Weg konnte ich nun endlich ein paar Aufnahmen des Swiss Re Gebäudes und einiger anderer Hochhäuser machen. Vielleicht zeigen die Bilder noch ein bisschen besser was ich meine.

Ein aus 7 Bildern zusammengesetztes Bild (hugin sei Dank)

Ein aus 7 Bildern zusammengesetztes Bild (hugin sei Dank)

Witzig ist aber, wenn man auf dieses Inderviertel guckt, das doch der nagelneue Rolls Royce vor der Haustür steht, wie auch anderswo – insgesamt habe ich drei solcher gegensätzlichen Rolls Royce Parkplätze in London photographiert…

Wir fanden schließlich den gesuchten Laden, haben aber wieder nichts gekauft – die Eindrücke, sowohl in diesen Vierteln, als auch auf dem Weg zum »beyond retro« waren verdammt gut und zeigten das multi-kulti Leben in London. Um den London Besuch abzurunden haben wir uns dann noch entschieden das National History Museum (NHM) zu besuchen, allein schon wegen des Gebäudes. Einen kleinen Einblick ist dieses Museum sicher wert, auch wenn viele Londoner anscheinend auch einen Samtagsausflug hierher machten. Ausgestellt werden hier Dinosaurierknochen, allerlei Steine, Insekten und eine menge Modelle der Ausstellungen und Sonderausstellungen.

National History Museum

ISO 200 1/10 f/5.6

Ein Photo zeigt mal die Verbindungshalle und den Saal mit den ganzen Steinchen. Wenn man viel Zeit hat, dann kann man hier einen Besuch wagen, ein »must-see« ist dieses Museum für mich aber nicht.

Steinchenhalle des NHM

ISO 200 1/15 f/5.6

Zu guter Letzt unternahmen wir einen Spaziergang durch den Hydepark, nahmen uns etwas dönerähnliches mit ins Hotelzimmer und beendeten unsere London-Erkundungstour.

Ein Wort zu den photographischen Aspekten:

London bietet verdammt viele Motive, vor allem architektonisch hervorragende Gebäude. Die Kamera-Ausrüstung könnte riesig sein, aber ich will zum einen meine Frau nicht verärgern (die im Übrigen sehr tolerant und geduldig diesem meinem Hobby gegenübersteht) und zum anderen auch meinen Rücken auf Reisen schonen. In meinem Fall bestand meine Ausrüstung nur aus meinem Reiseobjektiv, dem Nikon 28-300mm f/3.5-5.6G ED VR AF-S und dem Sigma 15mm Fisheye – diverse Filter und ein Stativ, sowie den Auslösecomputer, zur Sicherheit noch ein Blitzlicht und ein Blitzkabel. Ja, das war dann schon alles und es paßt auch in einen mittleren Photorucksack. Für mich spielt bei meiner Art der Photographie bei dieser Art von Reise auch die Reise an sich, meine Eindrücke und ein gewisses Maß an Entspannung, wenn man das bei einer Städtreise empfinden kann, eine große Rolle – eine Photo-Reise, die man sicher nur mit Photographen unternehmen sollte, ist es somit nicht, sondern nur eine begleitende Photographie. Eines Tages würde ich aber schon gern eine Tour durch London machen, bei welcher ich mich auf die U-Bahn, die Bahnsteige und Eingangs-, sowie Umsteigehallen konzentrieren möchte…

Von Blumen und “Bienen”

In der vergangenen Woche ergab sich die Möglichkeit ein paar Tage rauszukommen und so entschloss ich mich an einem sonnigen Vormittag mich mit “Bienen” und Blumen zu beschäftigen. Ich glaube, eine wirkliche Biene habe ich an diesem Tag überhaupt nicht gesehen… Nun war ich aber mal so “mutig” auf einen solchen Kurztrip nur das Nikon 24-85mm Objektiv, ein SB600 und das SC28-Blitzkabel und natürlich meine D700 mitzunehmen…

Tja, ob mein Unterfangen in Bezug auf Schärfe und Verwendbarkeit im “nahezu”-Makrobereich mit diesem Objektiv wirklich etwas werden konnte? Ich ärgerte mich wieder einmal maßlos, daß ich nicht mein schönes 105mm Makro Objektiv mitnahm, welches hervorragend für einen solchen Einsatz geeignet wäre… wenigstens hatte ich es nicht mit einem Mobiltelefon versucht…

Die ersten Versuche stießen schon an die Naheinstellgrenze von gefühlten 2 Metern, die sich in Wirklichkeit natürlich mit 38cm bemaß! 38cm sind nicht wirklich viel, ABER in der Welt der kleinen Dinge sind sie verdammt nochmal viel zu viel! Okay, also wird es ein Ausschnitt und wir haben am Ende 6 bis 8 Megapixel zur Verfügung – womit ich durchaus Leben kann. Dann die Frage, welche Blende mir mit dieser Linse die beste Schärfentiefe bieten könnte.

Nach einigen Versuchen und einem stets recht kritischen Blick auf das Kameradisplay brachte die Blende f/16 die besten Ergebnisse hervor. Ich war froh, wenigstens noch das kleine SB600 eingesteckt zu haben und dann auch noch schnell nach dem Blitzkabel gegriffen zu haben, damit mein Licht dort zum Einsatz kommen konnte, wo ich es brauchte – am Objekt!

Über die Haltung und das Handling, sowie die Ästhetik dieser Methode mit Kamera und Licht umzugehen mag man debattieren, aber ohne Schweiß kein Preis und wenn ich schon das “falsche” Objektiv auf Reisen führe, dann gehöre ich doch ein bißchen bestraft…

Wieder einmal wurde ich von meinem “Reiseobjektiv” überrascht, ich hätte etwas viel Schlechteres erwartet!

Nun, Strafe waren diese Bilder meines Erachtens ganz und gar nicht!

Motiv gefunden…

Tja, und dann war sie doch noch mal vor meiner Linse…

Eigentlich war ich auf dem Heimweg und hatte meiner Meinung nach den Tag schon genug photographiert, als ich noch einmal an der Mühle vorbeikam, bei der ich das letzte Mal nur mein Handy dabei hatte. Ein kleiner Versuch die Szene so wiederzugeben, wie ich sie empfand… Zwischen den Wolkenbrüchen klarte es kurz auf und die Sonne bedeckte das  Kornfeld und gab ein herrliches Licht auf die Landschaft. Der Polfilter half mir, die kräftigen Farben herzustellen… (Zugegeben, am PC wurde hier noch ein bisschen geschraubt…) Das nächste Mal dann auch mit einer kleineren Blende (hier f/13), damit alles scharf ist. Auf dem kleinen Kamera-Display war doch noch alles scharf…

Das erste Bild mit einem meiner Lieblingsobjektive – das Nikon 16-35 f/4. Für die Linse also wenigstens eine Blene F/22 oder mehr…

Beim zweiten Bild habe ich mal das Nikon 24-85mm Objektiv benutzt, von dem ich in einem früheren Artikel schrieb.